Das Krankheitsbild wurde 1981 zum 1. Mal beschrieben
und AIDS benannt

Acquired = erworbene
Immuno = Immunsystem-
Deficiency = Schwäche
Syndrome = Gruppe von Symptomen

Der Erreger ist ein Virus: HIV

Human = menschliche
Immuno deficiency = Immunschwäche
Virus = Erreger



Verlauf

Die HIV-Infektion verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich

Ca. 2 Wochen nach der Infektion
bekommen viele Menschen für 1-2 Wochen grippeähnliche Symptome
Oft jedoch fehlen die Krankheitsanzeichen oder sie werden nicht bemerkt

Die Viren dringen in Körperzellen ein und bauen dort ihr eigenes Erbgut ein
Die 'Wirtszellen' werden beschädigt oder zerstört
dabei dienen sie der Vermehrung der HI-Viren

Dann beginnt der Körper mit der Bildung von Antikörpern
diese können aber nicht in die befallenen Zellen eindringen
Etwa nach 12 Wochen reicht ihre Menge für einen Nachweis aus

Im weiteren Verlauf sind die Betroffenen ohne Symptome und
ohne Auffälligkeiten – man kann ihnen die Infektion nicht ansehen

Sie sind HIV-positiv, das heißt
infiziert – nicht AIDS-krank



Latenzzeit

Die Zeitspanne von der HIV-Infektion bis zum Auftreten der AIDS-Symptome
kann viele Jahre dauern
12 Jahre nach der Ansteckung ist etwa die Hälfte der HIV-Infizierten
in Bezug auf AIDS gesund

Die HI-Viren befallen vor allem die T-Helferzellen
die für das Funktionieren des Immunsystems unerlässlich sind

Diese Schwächung der Abwehrkräfte macht den Körper
zunehmend anfällig für unterschiedliche Krankheiten
für Allergien, für verschiedene Krebsarten
und für andere – auch normalerweise harmlose – Krankheitserreger
die diese Gelegenheit nutzen ("opportunistische Infektionen")


Wann die ersten Krankheitsanzeichen von AIDS auftauchen, hängt

  • von der Menge der Viren
  • vom Zustand des Immunsystems
  • von Ernährung und Lebensweise und
  • vom rechtzeitigen Beiginn der Therapie ab

Neue Medikamente (+ Kombinationen) verlängern die gesunde Zeit deutlich
Die Zahl der in Deutschland neu diagnostizierten AIDS-Fälle
sank im Jahr 1999auf ca. 500 jährlich



AIDS-Erkrankung

Die Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Symptomen:
Lymphknotenschwellungen (v.a. unter den Achseln, in der Leistenbeuge), starkem
Nachtschweiß und anhaltenden Durchfällen

Da diese Symptome bei vielen anderen Krankheiten auch auftreten
muss die Diagnose von einem Spezialisten gestellt werden

Von AIDS-Vollbild spricht man, wenn bestimmte Krankheiten auftreten, z.B.

  • PcP (Pneumocystis carinii Pneumonie, Form der Lungenentzündung)
  • andere infektiöse Erkrankungen (Pilze, Bakterien, Parasiten)
  • Viruserkrankungen (z.B. Herpes simplex, Herpes zoster)
  • virale Tumorerkrankungen (z.B. Kaposi-Sarkom, Gebärmutterhalskrebs)
  • Lymphome (Tumoren des Immunsystems)
  • möglich sind auch Nervenentzündungen, Hirnleitungsstörungen u.a.

HIV zählt zu den meldepflichtigen geschlechtlich übertragbaren Infektionen
Alle positiven Tests werden anonym im Robert-Koch-Institut gesammelt
Man geht davon aus, dass mehr als 85% der Infektionen erfasst sind
bis zu 15% der Infizierten haben demnach noch keinen Test gemacht


In Deutschland haben sich seit 1982 ca.

  • 67.500 Menschen mit HIV infiziert / 2000 davon im letzten Jahr
  • 28.000 von ihnen sind an AIDS erkrankt / 700 davon im letzten Jahr
  • 23.500 von ihnen sind verstorben / 700 davon im letzten Jahr

Weltweit leben geschätzt 40 Millionen Menschen mit HIV/AIDS
30 Millionen sind seit Beginn der Epidemie gestorben

Mehr Zahlen



Behandlung

Eine Impfung gegen HI-Viren gibt es nicht

Das beste weil einzige Mittel ist Vorbeugung

  • Kondome beim Geschlechtsverkehr
  • saubere Spritzen beim i.v. Drogengebrauch

Medikamente zur Heilung von AIDS gibt es nicht


Medikamente können bisher

  • die Vermehrung der Viren bremsen
  • die begleitenden Infektionen verhindern oder bessern und
  • so die Lebenserwartung von AIDS-Kranken deutlich verlängern

Bei begründetem Verdacht auf eine frische Infizierung
gibt es die Möglichkeit einer Post-Expositions-Prophylaxe (PEP):
Medikamente, die Viren abtöten aber auch starke Nebenwirkungen haben

Lass dich beraten
vom Facharzt, Aids-Hilfe, BZgA oder Gesundheitsamt

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